Lisa Hirmer

Laktoseintoleranz

= Milchzuckerunverträglichkeit, Laktosemalabsorption oder Laktasemangelsyndrom


Bei einer Laktoseintoleranz mangelt es an dem Enzym Laktase, welches den Milchzucker (Laktose) in die einzelnen Bausteine aufspaltet.
Ursachen dafür gibt es verschiedene. Ein Laktasemangel kann angeboren sein (und hierbei bis etwa zum 3. Lebensjahr auch wieder verschwinden) oder genetisch bedingt. Mit steigendem Alter nimmt die Enzymtätigkeit ab. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge.
Außerdem kann ein Laktasemangel auch als Folgeerscheinung einer anderen Erkrankung auftreten, zum Beispiel bei einer Glutenunverträglichkeit oder Morbus Crohn.

Woran erkenne ich eine Laktoseintoleranz?
Typische Beschwerden sind Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit

Wie kommt es zu den Beschwerden?
Die Laktose wird im Dünndarm nicht aufgespalten und gelangt somit in den Dickdarm. Dort gibt es viele Bakterien, die die Laktose zu Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan und organischen Säuren abbauen. Dadurch kommt es zu den genannten Beschwerden.


Wie wird eine Laktoseintoleranz festgestellt?
Oftmals merkt man selbst, dass man sich nach dem Verzehr von vielen Milchprodukten nicht gut fühlt.
Um eine mögliche Laktoseintoleranz abklären zu lassen, sollte man mit dem Arzt darüber sprechen. Dieser wird vermutlich auf einen oralen Milchzuckerbelastungstest verweisen.
Hierbei nimmt man 50g Milchzucker zu sich. Je nach Methode wird dann der Anstieg des Wasserstoff-Gehaltes in der Atemluft (H2-Atemtest) oder der Blutzuckeranstieg gemessen.
Wie bereits erwähnt, wird die Laktose im Fall einer Intoleranz im Dickdarm unter anderem zu Wasserstoff abgebaut. Dieser wird über die Lunge abgeatmet. Bei einem Wasserstoff-Anstieg über 20ppm gilt die Intoleranz als gesichert.
Beim Blutzuckertest gilt die Diagnose als sicher, wenn der Anstieg weniger als 20mg/dl beträgt.

Was kann ich tun um keine Beschwerden zu haben?
Ganz wichtig ist es, eine entsprechende Diät zu halten.
Meistens besteht noch eine Restaktivität des Enzyms Laktase, wodurch man geringe Mengen an Laktose weiterhin verträgt.
Bei einer leichten Intoleranz kann man bis zu 10g Milchzucker pro Tag zu sich nehmen, bei einer mittleren bis 1g und bei einer schweren sollte die Diät frei von Milchzucker sein.

Oftmals werden Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Kefir trotz der großen Mengen an Milchzucker gut vertragen, da sie selbst Milchsäurebakterien enthalten, die im Darm den Milchzucker abbauen.
Auch viele Käsesorten sind gut verträglich, da bei der Käseherstellung der Milchzucker durch Fermentation größtenteils abgebaut wird.
Hart- und Schnittkäse und normale Mengen an Butter gelten als laktosefrei und werden für gewöhnlich gut vertragen.
Zusätzlich gibt es laktosefreie Milch. Hier ist der enthaltene Milchzucker bereits in die Einzelteile gespalten. Dadurch ist sie etwas süßer als normale Milch.

Worauf muss ich noch achten?
Viele Medikamente enthalten als Trägersubstanz Laktose. Hier sollte man immer genau den Beipackzettel durchlesen oder die Intoleranz mit dem Arzt oder Apotheker abklären.
Auch viele Fertigprodukte oder Würzmischungen können Laktose enthalten.
Viele fettreduzierte Milchprodukte enthalten mehr Laktose als die normalen Produkte.

Auf der Zutatenliste steht häufig „Kann Spuren von … enthalten“. Diese Spurenkennzeichnung ist freiwillig, kann aber für die Laktoseintoleranz für gewöhnlich ignoriert werden, da diese Spuren noch keine Beschwerden auslösen sollten.

Welche Lebensmittel enthalten Laktose?
Alle Milchprodukte, Käse und natürlich Milch. Also z.B. Pudding, Kakaogetränke, Quark, Käse, Schmelzkäse, Dickmilch, Joghurt, Kaffeesahne etc.

Wo kann Laktose sonst noch enthalten sein?
In Backwaren, Fertiggerichten, Fleisch und Wurstwaren und Süßwaren. Am besten liest man sich die Zutatenliste genau durch und bei loser Ware nachfragen.

Welche Lebensmittel sind natürlich laktosefrei?
Obst, Nüsse, Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln, Fleisch, Geflügel, Wild, Fische & Meerestiere, Eier, Pflanzenöle, Honig, Konfitüre, Zucker
Wenn man selbst mit frischen Zutaten kocht, kann man Laktose leicht vermeiden.

Welche Gefahren birgt die Laktoseintoleranz?
Milch und Milchprodukte zählen in unserer Gesellschaft als Hauptlieferant für Calcium. 1L Milch enthält zirka 1200mg Calcium. Dies entspricht in etwa dem Tagesbedarf eines Erwachsenen.
Wenn man Milch und Milchprodukte in der Ernährung komplett weglässt, fällt ein wichtiger Lieferant für dieses benötigte Calcium weg. Wenn Käse vertragen wird, ist dieser eine gute Alternative. Ansonsten ist es empfehlenswert calciumreiches Mineralwasser zu trinken. Als „calciumreich“ darf sich ein Mineralwasser dann bezeichnen, wenn es mindestens 150mg Calcium pro 1L enthält.
Wenn man sich zusätzlich ausgewogen ernährt, schafft man die Calciumzufuhr in der Regel ohne Probleme.
Auch grünes Blattgemüse enthält relativ viel Calcium.
Für Vegetarier ist es auch wichtig, dass sie trotzdem ausreichend Eiweiß zu sich nehmen. Hierfür kann man zum Beispiel auf Hülsenfrüchte zurückgreifen.

Ein weiteres Problem welches auftreten kann sind Entzündungen im Bereich des Afters durch die vielen Durchfälle.

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