Lisa Hirmer

Rezension zu „Die Morgenröte“ von Noah Richter

Als der erfolgreiche YouTuber Georg Herzfeld wegen eines anrüchigen Videos auf dreißig Millionen Schadensersatz verklagt wird, scheint er ruiniert. Doch dann bietet ihm der charismatische Popstar Götz Wolf seine Unterstützung an. Als Gegenleistung soll Georg den Wahlkampf von Wolfs Bewegung Morgenröte unterstützen. Georg sagt zu und gerät in einen Albtraum. Denn die politische Meinungsmache der Morgenröte stützt sich auf Lügen und Hass. Wähler werden manipuliert und aufgehetzt. Es kommt zu Mord und bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Als Erinnerungen an 1933 wach werden, bleibt Georg nur ein Ausweg, wenn er die faschistische Machtübernahme verhindern will, er muss Götz Wolf töten …

„Es gibt keinen Seismographen,der auf eine Richterskala die Gefahr einer Diktatur anzeigt. Parallelen zu anderen Zeiten in anderen Ländern sind trotzdem ernstzunehmende Hinweise“.

Das Thema hat mich sehr neugierig gemacht. Eine politische Bewegung, die mit gezielter Fehlinformation um Reichweite kämpft und dabei mehr und mehr ins Radikale abdriftet. Leider ist diese Thematik ja aktueller denn je, egal ob bei uns in Deutschland oder in anderen Ländern.

Zu Beginn gefiel mir das Buch wirklich gut, aber irgendwann bekam es Längen. Es war zwar immer interessant und spannend, konnte mich zwischendurch aber einfach nicht richtig fesseln.

Die Hauptpersonen waren alle unsympathisch, einzig Sophie war in Ordnung, doch die blieb relativ blass. Zugleich ist das Buch ein Warnsignal und zeigt auf, wie leicht sich Menschen manipulieren lassen und dazu tendieren Aussagen die ihnen gefallen als wahr zu sehen, ohne sie nachzuprüfen.

Gegen Ende, zum großen Showdown, hat das Buch mich wieder gefesselt, ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den Wölfen weitergeht oder endet. Leider blieb der Schluss dann ziemlich offen. Ich weiß nicht ob da noch ein weiterer Teil angedacht ist, aber dieses Ende war für mich nicht gut. Es werden keine Fragen beantwortet, keine Wege aufgezeigt, es ist einfach unbefriedigend.

Durch das aktuelle Thema hätte das Buch wirklich gut sein können, doch durch zu viele Handlungsstränge die kaum zusammenpassen und nicht mehr gut abgeschlossen werden, bleibt es für mich nur Mittelmaß.

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