Lisa Hirmer

Rezension zu „Die Kannenbäckerin“ von Annette Spratte

Die 13-jährige Johanna verliert ihre gesamte Familie an die Pest. Ihre Nachbarin schickt Johanna zu dem ihr unbekannten Onkel. Für den Weg soll sie sich als Junge verkleiden. Unterwegs findet sie Gefallen an den Freiheiten die ein Junge hat und entscheidet sich, auch bei ihrem Onkel als Junge aufzutreten. Dieser führt sie nach und nach ins Töpferhandwerk ein, da er ihr Talent und ihre Leidenschaft erkennt. Doch wird Johanna jemals wieder töpfern dürfen falls ihre Verwandten ihre Maskerade durchschauen?

Johanna ist ein großartiger Charakter! Ihre Stärke und ihr Mut sind absolut bewundernswert. Sie gibt nie auf, sondern versucht lieber sich zu beweisen. Ein tolles Frauenbild, besonders vor dem Hintergrund des Zeitalters. Ich habe ständig mit ihr gefleht, gehofft, gebangt. Ihre Sicht auf Gott und den Wandel darin macht sie nahbar.
Auch die anderen Figuren sind sehr detailliert dargestellt. Dadurch ergibt sich ein Gefühl der Verbundenheit, fast als würde man sie kennen. Die Entwicklung der einzelnen Charaktere ist nachvollziehbar und realistisch.

Über all den Ereignissen in der Töpfer-Werkstatt steht immer das drohende Unheil des Krieges. Die Schicksalsschläge treffen ins Herz, aber zugleich passiert immer genug Gutes um weiter nach vorne zu sehen. Damit wird das Leben recht treffend wiedergespiegelt.
Neben dem Töpferhandwerk erfährt man viel über das damalige Leben und als Johanna als Hexe angeklagt wird auch über die Hexenprozesse.

Die eingeflochtenen Informationen über das Handwerken mit Ton fand ich sehr interessant. Sie sind gut in die Handlung integriert und somit nicht zu trocken.

Obwohl Historien-Romane normalerweise weniger mein Fall sind, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Die letzten 100 Seiten haben mich dann in meinem Urteil bestätigt und ich hatte wirklich Spaß beim Lesen des Buches!

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