Lisa Hirmer

Ein hellsichtig begabter Junge – und der Meister des dunklen Ordens

Mit seinen übersinnlichen Fähigkeiten gelingt es Luca, eine einzelgängerische Wölfin aufzuspüren. In seinem Dorf gilt er für seinen Erfolg als Held. Dennoch verweigert Lucas Vater ihm den Wunsch, in seine Fußstapfen als Jäger zu treten. Luca soll zum Druiden ausgebildet werden.
Doch ehe es dazu kommt, tauchen finstere Gestalten am Haus seiner Eltern auf. Der Meister des dunklen Ordens will Lucas Talent für seine eigenen Zwecke nutzen. Dabei kennt er keine Gnade.
Luca muss in die Wälder fliehen. Sein einziger Schutz ist ein magisches Amulett – und seine Verfolger sind ihm auf den Fersen.

Der Anfang des Buches war mystisch und spannend und hat mich gleich in den Bann gezogen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Luca weitergeht, aber auch Elena und Simeon sind mir da bereits ans Herz gewachsen. Den folgenden Zeitsprung empfand ich als gut gewählt. Einzig die vielen verschiedenen Namen bereiteten mir zu Beginn Beschwerden, da einige Leute erwähnt werden, dann aber vorerst nicht weiter wichtig für den Verlauf der Geschichte sind. Doch grundlos stellt die Autorin keinen Charakter vor, so viel habe ich dann im Laufe des Buches herausgefunden.

Bei den meisten Figuren waren die Taten für mich nachvollziehbar, doch ein paar andere blieben leider etwas oberflächlich, z.B. Arin. Generell blieben die „Namenlosen“ recht vage. Vielleicht ist das so gewollt, damit sie geheimnisvoller bleiben und es klärt sich in den nächsten Bänden. Doch an diesem Punkt bin ich neugierig, wer sie genau sind und warum sie bei so viel Macht keine höheren Stellungen bekleiden. Für mich hätten auch die Entstehung und die Hintergründe des Heiligtums noch etwas mehr Platz in der Geschichte einnehmen dürfen.

Generell hätte ich mir an manchen Stellen etwas klarere Personenbeschreibungen gewünscht. So blieb viel meiner Vorstellung überlassen. Eigentlich nichts Schlimmes, doch durch die vielen Namen fehlte mir manchmal ein wenig das passende Bild zu den Figuren.

Obwohl Simeon viel falsch macht, kann man ihm dafür keine Vorwürfe machen. Er ist für mich der absolute Sympathieträger des Buches. Luca empfinde ich für sein Alter sehr reif, doch trotzdem erkennt man seine kindlichen Züge. Das gefällt mir besonders bei den „unheimlichen“ Szenen. Sie sind so gestaltet, dass Luca sie ertragen kann, obwohl er große Angst ausstehen muss. Ein weiterer Pluspunkt ist es, dass die Geschichte nicht unnötig blutig oder esoterisch ist.

Die Beschreibungen der altertümlichen Gebräuche sind sehr gelungen. Man merkt, dass die Autorin da viel Recherche reingesteckt hat. Ihr gelingt es, zu erklären ohne belehrend oder langweilig zu schreiben. Die Beschreibung der Schauplätze macht mir Lust das Waldviertel zu besuchen und mir die Geschichte dort vor Augen zu führen.

Das offene Ende macht mich neugierig auf den weiteren Verlauf des Epos. Ich freue mich sehr darauf, zu lesen wie es mit all den Charakteren weitergeht, was die Zukunft noch für sie bereit hält.

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