Lisa Hirmer

Rezension zu „Die wunderbare Kälte“ von Elisabeth Rettelbach

In einem fast märchenhaft schneereichen Winter wandelt die einzelgängerische Maskenbildnerin Kai durch die Straßen der Stadt und stalkt Fremde. Sie ist eine ferne Betrachterin des Lebens. Doch dann laufen ihr zwei Menschen über den Weg, die sie stärker faszinieren als alles andere und in deren Leben sie sich einmischt.
Was zunächst als Spielerei beginnt, entwickelt sich mehr und mehr zu einem psychedelischen Albtraum, der seine Tribute fordert …

Dass Kai keine sympathische Hauptperson sein würde, war mir schon von Beginn an klar. Trotzdem war es unheimlich faszinierend ihre Gedanken und ihr Handeln zu verfolgen. Zwischendurch dachte man ein paar Mal dass sie sich durch Milo verändert, doch irgendetwas hat sie dann doch immer wieder eingeholt.
Ihr Besessenheit von der perfekten Geschichte war ein spannendes Thema.
Der Schreibstil bot den richtigen Gegensatz zur ungewöhnlichen Geschichte. Er war nüchtern und literarisch und trotzdem flüssig zu lesen.

Einzig der Schluss hat mich etwas enttäuscht. Irgendwie blieben mir da zu viele Fragen und Stränge offen. Dass Kai den Brief nicht liest und es wohl auch sonst keine Konsequenzen gibt, das war irgendwie unglaubwürdig. Genauso dass ihre Schwester da nicht mehr eingreift.

Das Buch ist auf jeden Fall ganz anders als andere!

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