Lisa Hirmer

Rezension zu „Trauma – Kein Vergessen“ von Christoph Wortberg

Die Münchner Hauptkommissarin Katja Sand und ihr Assistent Rudi Dorfmüller ermitteln im Fall der ermordeten Rentnerin Selma Kiefer. Der Körper der ehemaligen OP-Schwester wurde postmortal grausam verstümmelt. Nach vierzig Ehejahren hat sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann Josef scheiden lassen und ihn wegen Körperverletzung angezeigt. Hat ihr Exmann sie ermordet, um einer drohenden Verurteilung zu entgehen? Katja bittet den Psychoanalytiker Dr. Alexander Hanning um Hilfe. Hanning schließt auf einen Täter mit einem gestörten Verhältnis zu seinem Körper und seiner Sexualität. Seine Analyse führt Katja zu dem kürzlich entlassenen Serienmörder Franz Bichler. Der Mord an Selma Kiefer gleicht bis ins Detail den von ihm verübten Taten. Hat er seine Serie wieder aufgenommen?

Der ehemalige Kinderchirurg Professor Thomas Goldt wird ermordet aufgefunden, auf die gleiche Art geschändet wie Selma Kiefer. Aber als Mann passt er nicht in Bichlers Mordmuster. Auf der Suche nach einer Verbindung zwischen den Morden stößt Katja auf einen Abgrund aus ärztlicher Selbstherrlichkeit. Und plötzlich ergeben die Verstümmelungen der beiden Toten einen ganz neuen, grausamen Sinn.

Das Buch ist Teil einer Triologie, Vorkenntnisse aus Band 1 („Trauma – Kein Entkommen“) sind nicht unbedingt nötig um an dem Buch Gefallen zu finden. Empfehlenswert wäre es aber trotzdem Band 1 gelesen zu haben, denn viele Situationen sind dann einfach nachvollziehbarer.

Auch in Band 2 sind Katja und Rudi wieder ein super Team. Katja hat sich persönlich sehr weiterentwickelt und war mir deutlich sympathischer als im ersten Band. Dass Katja Dr. Hanning noch immer besucht, kann ich zwar verstehen, trotzdem wäre ein Einblick in ihre Gründe gut gewesen.

Katja war in diesem Band zwar deutlich angenehmer, doch als Ermittlerin war sie doch sehr auf Input von außen angewiesen. Es gab mehrmals Situationen, in denen die notwendigen Handlungsschritte dem Leser absolut klar waren, doch Katja nicht im Traum einfielen. Allgemein weiß man als Leser mehr über den Täter, als der Ermittler. Dadurch gibt es ein paar Längen, weil man einfach weiß, dass Katja gerade die falsche Person jagt.

Die Tathintergründe waren allerdings super geschildert. Die psychologischen Aspekte in Bezug auf Familie und die eigene Wahrnehmung gefielen mir sehr gut.
Generell war der Schreibstil wieder angenehm zu lesen und das Buch konnte mich bis zum Schluss fesseln.

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