Lisa Hirmer

Rezension zu „Weihnachten im kleinen Inselhotel“ von Jenny Colgan

Ein festlich geschmückter Kamin mit prasselndem Feuer, ein köstliches Weihnachtsmenü und glückliche Gäste – so prachtvoll soll »The Rock«, das neue Hotel auf der kleinen schottischen Insel Mure, an den Feiertagen erstrahlen. Doch wenige Wochen vor dem Fest ist das Hotel eine Baustelle, der Kamin nicht einsatzbereit und die Küche ein einziges Chaos. Cafébesitzerin Flora und ihr Bruder Fintan müssen alle Register ziehen, damit »The Rock« rechtzeitig eröffnen und ihre Familie wahres Weihnachtsglück erleben kann …  

Leider konnte mich das Buch zu Beginn nicht gleich packen. Irgendwie waren mir alle Figuren zu sehr auf sich selbst bezogen. Die Sichtwechsel innerhalb des Textes machten es mir zuerst auch nicht ganz einfach. Allerdings habe ich mich im Laufe des Buches daran gewöhnt und es war letztlich ganz interessant, eine Situation aus mehreren Blickwinkeln zu entdecken. Darunter litt jedoch ein wenig das Setting. Durch den fließenden Übergang wurde die Umgebung teils kaum beschrieben. Das war sehr schade, haben die Figuren doch Mure immer als wunderschön beschrieben.

Die Geschichte ist zuerst interessant. Flora möchte das Hotel eröffnen, das der Traum ihres verstorbenen Schwagers war. Allerdings muss sie sich dafür mit Vorurteilen, einem launischen Küchenchef und dem verstoßenen Sohn eines Reichen herumschlagen. Die Story bietet also alles, was ein witziger, leichter Weihnachtsroman braucht. Trotzdem ist der Funke bei mir nicht übergesprungen. Flora ist stets launisch, viele Charaktere werden am Rande eingeführt und erhalten Sorgen und eigene Blickwinkel, bringen die Story aber nicht voran. Generell konnte ich mich nur sehr selten in die Figuren hineinversetzen. Vielleicht lag das auch an den schnellen Sichtwechseln, denn so erhielt man immer nur einen kurzen Einblick in die Gefühlswelt der Personen.
Die einzelnen Kapitel enden häufiger mit einer Art Cliffhanger aus der Sicht eines allwissenden Erzählers. Die Idee gefiel mir gut, doch manchmal waren sie mir einfach zu plakativ.

Der Schreibstil war leicht zu lesen, hatte aber einige Längen. Mir fehlte auch ein wenig der Humor im Buch. Irgendwie blieb alles sehr ernst. Das finde ich bei leichten Liebesromanen sehr schade, denn ohne Humor fehlt mir einfach die Leichtigkeit in der Geschichte.

Alles in allem war das Buch okay, doch so richtig mitreißen konnte es mich leider nicht.

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